Im Bild eröffnet die resolute Apulierin Colomba Mongiello gerade die Olivenöl-Fachmesse Olio Capitale in Triest Anfang März diesen Jahres. Auch auf der eben zu Ende gegangenen Vinitaly in Verona saß sie bei der Preisverleihung des Gambero Rosso auf dem Podium und sprach zu Qualitätsproduzenten und Fachpresse.

Ihr Kampf gilt dem Betrug mit italienischem Olivenöl. Besonders gegen das „Italian Sounding“ geht sie vor. Darunter versteht man, dass Name und/oder Design eines Produkts dem Verbraucher eine italienische Herkunft vortäuschen, die Primärmaterien oder das Produkt selbst aber gar nicht aus Italien kommen. Ein Beispiel aus dem Olivenölsektor: Auf dem Etikett einer Olivenölflasche prangt die italienische Fahne, dahinter eine Bilderbuch-Landschaft aus der Toskana, der Produktname ist italienisch, aber das Olivenöl, das sich in der Flasche befindet ist eine Mischung aus größtenteils minderwertigen Olivenölen anderer Länder.

Das Gesetz, das sie auch gegen EU-Widerstände zur Verabschiedung brachte sieht unter anderem vor, dass die Herkunft des Olivenöls nun vorne auf dem Etikett in einer gut lesbaren Art und Weise deklariert werden muss. Davor wurden diese Angaben gern von industriellen Olivenölabfüllern auf der Rückseite des Etiketts im ganz klein Gedruckten „versteckt“.

Jetzt steht die Herkunftsangabe vorn auf den Flaschen, wie z. B. „Mischung aus Olivenölen der EU“. Dann kommen die Olivenöle aus EU-Ländern, hauptsächlich aus Spanien und Griechenland, manchmal ein kleiner Teil auch aus Italien. Steht „Mischung aus Olivenölen aus dem Mittelmeerraum“, dann sind meistens auch Olivenöle aus Marokko, Tunesien und der Türkei mit dabei.

Schauen Sie doch beim nächsten Einkauf im Supermarkt einmal genauer ins Olivenölregal. Können Sie Etiketten entdecken, die dem neuen Mongiello-Gesetz entsprechen?