Ein herrliches Aroma nach Strauchtomate, Wiesen- und Wildkräuter, nach grüner Mandel und Artischocke strömt aus den Flaschen der neuen Ernte 2018/2019. Es war allerdings kein leichtes Erntejahr für Italien. Erste offizielle Zahlen bestätigen einen starken Rückgang der nationalen Olivenölproduktion um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptursachen: extreme Wetterbedingungen und die Olivenfliege, die besonders auf Sizilien und in Apulien Schäden verursachte.....

Die ersten Schätzungen von offizieller Stelle gehen von einem Rückgang der Ölproduktion um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Lag die nationale Olivenölproduktion im letzten Jahr bei erfreulichen 430.000 Tonnen, so rechnet man in diesem Erntejahr mit nur 264.000 Tonnen.

Einer der Hauptgründe: der Klimawandel. Er macht allen Landwirten zu schaffen, so auch den Olivenbauern. Kamen früher etwa alle 15 Jahre klimatische Anomalien vor, kämpfen Olivenbauern nun fast jedes Jahr mit extremen Wetterbedingungen, die sich negativ auf die Ernten auswirken.

Dieses Jahr begannen die Probleme mit der Kältewelle - il grande freddo - Ende Februar. Die Frostschäden fielen besonders umfangreich im Norden Apuliens aus, der Olivenölregion Nr. 1 Italiens. Aber auch andere Landstriche wie das Landesinnere der Abruzzen und höhere Lagen in der Toskana waren davon betroffen. Weniger die eisigen Temperaturen, die minus 7 Grad Celsius erreichten, als vielmehr der Temperatursturz binnen weniger Tage, brachte die großen Frostschäden. „Die Bäume halten durchaus solch niedrigen Temperaturen stand“, berichtete mir im Sommer der Olivenölproduzent Tommaso Masciantonio, der seine Olivenhaine auf einer Hochebene in der Nähe des Majella-Nationalparks in den Abruzzen bewirtschaftet. „ Aber der Winter war bis dahin sehr mild, die Olivenbäume hatten ihre Vegetation nicht eingestellt und dann trifft eine Kältewelle von heute auf morgen die Pflanze mit voller Wucht “, erklärte er damals.

Die Sommermonate waren wiederum in vielen Regionen zu trocken, die Herbstregen setzten spät ein und gingen mitten in der Ernte äußerst heftig nieder. Sizilien wiederum hatte im Sommer viel Regen. Ideale Bedingungen für die Olivenfliege, die die Oliven am Baum ansticht, ihre Eier darin ablegt und deren Larven sich sukzessive durchs Fruchtfleisch fressen. Auch Apulien musste ab Juli mit größeren Olivenfliegenattacken kämpfen.

Nico Sartori von der Fattoria Altomena und Paolo und Simone Digaetano von Fonte di Foiano in der Toskana waren sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig sehr zufrieden mit der diesjährigen Ernte bis die Unwetterwelle Ende Oktober – mitten in den Erntewochen - über Italien hinwegrollte. „Wir hatten orkanartige Stürme mit über 100 Stundenkilometern hier an der Küste“, erzählte mir Paolo kurz danach. Das Fazit: Fast 40 Prozent ihrer Oliven landeten auf dem Boden und waren so für die Produktion von Spitzenqualität nicht mehr zu gebrauchen. Nico Sartoris Bäume kamen besser davon, aber auch er verlor einen Teil seiner Ernte. Sein Öl ist ihm dieses Jahr besonders elegant und harmonisch gelungen. Bravo, Nico!

Die einzigen, die keine größeren Einbußen dieses Jahr zu verzeichnen hatten waren Familie Librandi aus Kalabrien, die ihre Ernte qualitäts- und mengenmäßig sogar erfreulicher finden im Vergleich zum Vorjahr sowie die Produzenten vom Gardasee.

„Wir führen ein sehr, sehr enges Olivenfliegen-Monitoring in unseren Olivenhainen durch und arbeiten engmaschig mit Olivenfliegenfallen, sodass sich keine Plage ausbreiten kann. In Jahren mit normalem Befall wie diesem kommen wir sehr gut ohne das Spritzen von Mitteln gegen die Olivenfliege über die Runden“, berichtete Furio Battelini, der technische Leiter der Erzeugergenossenschaft Agraria Riva del Garda.

Die Qualität der Öle von Spitzenproduzenten ist auch in schwierigen Erntejahren hoch. Das macht sie zu Top-Produzenten. Es gelingt ihnen durch rigorose Selektion der Oliven, hochmoderne Ölmühlentechnologie, absolute Hygiene in der Ölmühle und profundes Wissen darum an welcher Stellschraube im Verarbeitungsprozess man dreht, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Ich bin auch dieses Jahr wieder hocherfreut über die grünen frischen Noten nach Strauchtomate, grüner Mandel, Wild- und Wiesenkräutern, frischer Artischocke und noch vielem mehr in den Ölen!

Es bleibt leider nicht aus, dass die Preise für Olivenöl anziehen.

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