Die Geschwister Librandi aus Nordkalabrien produzieren seit 1997 nach Richtlinien des biologischen Anbaus Oliven, Orangen und Clementinen. Angela, ganz rechts im Bild, ist eine der besten Ölmüllerinnen Italiens.

Es stellte sich heraus, dass sie zur gleichen Zeit wie ich in Florenz gelebt und dort studiert hatte. Beide besuchten wir den Kurs zum offiziellen Olivenölverkoster an der Florentiner Industrie- und Handelskammer, den der international renommierte Olivenölexperte Dr.Marco Mugelli leitete.

Über der Ebene von Sibari in der Hügellandschaft rund um Vacarizzo Albanese stehen ihre gut 27.000 Olivenbäume der Sorten Carolea, Nocellara del Belice, Dolce del Rossano und Frantoio. Dort sind die Librandis seit vielen Generationen zu Hause. In dieser von Oliven-, Orangen- und Mandarinenbäumen geprägten Landschaft gibt es ein paar kleine Ortschaften, die albanischen Ursprungs sind. Im 15. Jahrhundert flohen viele albanische Christen vor der ottomanischen Herrschaft nach Süditalien und gründeten dort ihre Gemeinden. Heute noch sprechen die Leute in diesen Dörfern einen altalbanischen, für mich komplett unverständlichen Dialekt, genannt “arberëshe” (ausgesprochen: Arbresch). Auch alle Straßenschilder in den Orten sind zweisprachig.

Bereits die Großeltern der Librandis betrieben die kommunale Ölmühle, die damals mitten im Dorfzentrum lag. In den siebziger Jahren baute Angelas Vater Pasquale das neue Wohnhaus der Familie mit neuer Ölmühle und Verpackungsanlage für ihre Bio-Orangen an den Rand des Ortes. Vom Balkon ihres Hauses hat man einen herrlichen Blick auf die Umgebung bis hin zum Ionischen Meer bei Sibari. Zur Ernte 2017/2018 hofft Angela auf einen weiteren Umzug der Ölmühle in ein eigens dafür gebautes Gebäude. Zwischen Ernte und Verarbeitung liegen bei den Librandis nicht mehr als 4 bis 6 Stunden. Im kontinuierlichen zwei-Phasen Verfahren macht Angela aus den frisch vom Baum geernteten Oliven ein herrlich nach frischen Feldgräsern und Tomaten duftendes Olivenöl. Nach dem Filtrieren pumpt sie das Öl sie dann mit einem Schlauch in Edelstahl-Zisternen, die mit Inertgas vom Sauerstoffkontakt geschützt sind.

Wer einmal hautnah den Prozess von Ernte und Olivenverabreitung in der Ölmühle miterleben möchte, der bucht eine Reise zu den Librandis in den Erntewochen zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember. Im Juni 2017 haben sie einen Agriturismo eröffnet. Mehr Infos dazu gern per Mail. Schreiben Sie mich an unter: mb@dasgoldderbauern.de