In den letzten Februartagen erreichten mich Fotos verschneiter Olivenhaine von mehreren Produzenten. Sie waren nicht nur in der Toskana aufgenommen, sondern auch im Mezzogiorno, dem Süden Italiens. Wie gut halten Olivenbäume Kältewellen Stand? Ein kleiner Bericht aus dem Olivenhain...

Wurden in Deutschland auf den Gipfeln des Erzgebirges und in einigen Tälern Temperaturen in der Nacht von minus 20 Grad gemessen, blieb auch Italien von der aus Sibirien stammenden Kältewelle nicht verschont. Rom und Neapel lagen unter einer weißen Schneedecke. Schuld daran war „Burian“. So taufte Italien die Kaltwetterfront aus dem Osten.

Wie gut steckt ein Olivenhain die Kälte weg? Müssen die Olivenproduzenten mit Frostschäden rechnen? Auf Fachportalen und bei den Produzenten selbst wird Entwarnung gegeben.

„Kältewellen dieser Art sind alle 8 bis 10 Jahre zu dieser Jahreszeit ein normales Wetterphänomen“, erklärte der italienische Meteorologe Massimiliano Morucci. Die Olivenbäume halten durchaus Temperaturen unter der Nullgradgrenze aus. Zu nennenswerten Frostschäden kommt es erst wenn die Temperaturen unter minus 7 Grad über einen Zeitraum von 8 bis 10 Tagen fallen. Wirklich gefährlich wird es, wenn das Thermometer nur mehr minus 10 bis minus 12 Grad über mehrere Stunden hinweg anzeigt. Dies war 1985 in der Toskana der Fall. Damals erlitten 19 von 22 Millionen Olivenbäumen erhebliche bis irreparable Frostschäden.

Diesmal hat die Schneelast hier und dort Äste abknicken lassen. Wenn es Frostschäden gab, dann zumeist geringer Art. Diese werden sich aber erst in den nächsten Wochen, wenn die Bäume auszutreiben beginnen, bemerkbar machen. „Wir gehen aber – wenn überhaupt – von nur geringen Beeinträchtigungen aus“, berichtete mir Paolo di Gaetano von Fonte di Foiano in der Toskana.

„Vom klirrenden Frost und Schnee sind wir dank des schützenden Bergzuges des Pollino an der Grenze zwischen Basilicata und Kalabrien verschont geblieben. Die Kälte hatte für die Olivenhaine in unserer Region sicherlich nur positive Effekte“, schrieb mir Michele Librandi von den Tenute Librandi aus Nordkalabrien. Bis Sizilien schaffte es „Burian“ nicht ganz. „Bei uns fielen die Temperaturen nicht so tief“, berichtete Sebastiano Salafìa von Frantoi Cutrera aus Chiaramonte Gulfi. Der Stiefelabsatz Italiens wiederum war fest im Griff der Kältewelle: Es erreichten mich „Grüße aus dem sibirischen Apulien“ von Mauro Altomare.

Dank der kalten Temperaturen ist davon auszugehen, dass die Olivenfliege – Feind Nr. 1 eines jeden Olivenölproduzenten - gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang den Winter überlebt hat. Dies gilt auch für andere Schädlinge und Pilze, die sonst dem Olivenhain gefährlich werden könnten.

So können die Olivenproduzenten zuversichtlich dem Start ins Frühjahr entgegensehen. Möge der Frühling nun endlich kommen!

Quellen:

www.oliveoiltimes.com

www.teatronaturale.it