Auf der Fachmesse für Olivenöl Olio Capitale hörte ich einen interessanten Vortrag über Alkylester in Olivenöl.

Fachmessen sind für mich tolle Gelegenheiten bei der Verkostung unterschiedlichster Olivenöle meinen Geruchs- und Geschmackssinn weiter zu schulen und mit Produzenten und Experten des Sektors persönlich in Kontakt zu stehen.

Einen informativ-unterhaltsamen Vortrag von Prof. Lanfranco Conte der Universität von Udine konnte ich mir anhören. Er ist Chemiker und gab eine Chemie-Vorlesung zum Thema Olivenöl für „Unbegabte“. Sehr interessant seine Ausführungen über den Alkylester-Test, der EU-weit für Olivenöl eingeführt wird. Fettsäurealkylester gehören zu den natürlich im Olivenöl vorkommenden Neutrallipiden. Ungeeignete Produktionsbedingungen (Raffination) während der Ölextraktion, aber auch die Verwendung schlechter Oliven führt zu einer verstärkten Produktion dieser Verbindungen. Es gilt also: je niedriger der Wert, desto besser das Olivenöl. Spanien wollte zu Beginn der Diskussionen einen Grenzwert von 100 mg/kg. Italien von 30 mg/kg. Das Gesetz wurde verabschiedet mit unten stehenden Grenzwerten an Fettsäureethylestern (FAEE) in extra nativ deklariertem Olivenöl. Der Wert wurde sukzessiv nach unten korrigiert, um hauptsächlich den spanischen Olivenölproduzenten die Chance zu geben, ihre Ölmühlen aufzurüsten. Spanien – besonders in der Region Andalusien - produziert so viele Oliven, dass die Ölmühlen mit dem Verarbeiten nicht nachkommen. Die Folge ist dass oftmals die Oliven tagelang vor der Ölmühle herumliegen und vor der Verarbeitung zu fermentieren beginnen.

FAEEs kleiner oder gleich 40 mg/kg (für die ab 1. März 2014 erzeugten Öle)
FAEEs kleiner oder gleich 35 mg/kg für die bis 1. März 2017 erzeugten Öle
FAEEs kleiner oder gleich 30 mg/kg ab der neuen Ernte 2017/2018

Stand Februar 2016 (Quelle Deutsche Gesellschaft für Fettforschung e.V.)