Von Leandro Ottanelli der Universität Florenz erfuhr ich, dass es weltweit 1.700 Olivensorten gibt. 650 davon allein in Italien, d.h. Italien ist weltweit von allen Oliven anbauenden Ländern mit der größten Biodiversität an regionaltypischen Olivensorten gesegnet.

Ein unschätzbarer biologischer Reichtum für das Land. Die Zahlen kann er im Schlaf herunterbeten, denn er war die letzten Jahre damit beschäftigt, das erste umfassende Kompendium aller Olivensorten weltweit zusammenzutragen und zu katalogisieren. Zuvor gab es das nicht.

Ein Teil der Fachwelt preist die Reinheit der "Monocultivar"-Öle, ein anderer Teil der Fachwelt spricht davon, dass sortenreine Olivenöle ein nötiger Zwischenschritt für die nächste Qualitätsstufe seien: aromen- und geschmacksreiche Cuvées von unterschiedlichen Olivensorten, die jedoch jeweils zum perfekten Reifegrad geerntet und gepresst wurden. Blends gibt es ja auch heute schon, nur entstehen diese eben dadurch, dass auf einem Olivenhain zwei Bäume Frantoio, einer Moraiolo und dann noch ein Pendolino zusammen stehen und es für die Ernte zu aufwändig ist, die Oliven zu unterschiedlichen, ihren eigentlichen optimalen Reifegraden entsprechenden Zeitpunkten zu ernten bzw. getrennt und genau auf ihre Eigenschaften abgestimmt in der Ölmühle zu verarbeiten.