Rechtzeitig vor Weihnachten treffen die Öle der neuen Ernte aus allen Ecken Italiens bei mir ein. Wie ist der Jahrgang 2017/2018? In ein paar Stichpunkten: sehr gute Qualität bei Spitzenproduzenten, kein Olivenfliegenbefall, gesunde Oliven, jedoch ca. 40 % weniger Früchte im Vergleich zum Vorjahr.

Von allen Ecken Italiens erreichten mich erfreuliche Nachrichten von gesunden Olivenfrüchten, die Grundvoraussetzung für exzellentes Olivenöl. Allerdings haben die Bäume nur wenige Oliven produziert. Zum Teil hängt dies mit bereits ungünstigen klimatischen Bedingungen während der Blütezeit zusammen. Dies war besonders auf Sizilien, teilweise auch in der Toskana der Fall. Sebastiano Salafìa, Neffe von Firmeninhaber Salvatore Cutrera schrieb: „Bei uns im Südosten Siziliens trugen die Bäume viele Blüten, aber daraus entwickelte sich ein nur geringer Fruchtansatz aufgrund sehr feuchten Wetters im Mai. Was die Qualität angeht sind wir dieses Jahr aber sehr zufrieden.“

Die geringen Erntemengen hängen auch mit der lang anhaltenden Trockenheit und Hitze während der Sommermonate zusammen. Die Oliven waren früher reif und somit begann die Ernte auch zwei bis drei Wochen früher als sonst üblich. „Wir begannen bereits in der letzten Septemberwoche zu ernten. Das war noch nie der Fall“, erzählte mir Paolo di Gaetano von Fonte di Foiano bei meinem Besuch Ende Oktober bei ihnen. Die Oliven hatten durch die frühe Reife der Oliven wenig Zeit Öl im Fruchtfleisch zu entwickeln, so dass die neue Ernte mit sehr geringen Ölerträgen von ca. 7 – 8 % startete. Die Erträge erholten sich jedoch im Laufe der Erntewochen und lagen letztendlich sogar mit 14 – 15 % etwas über dem durchschnittlichen Ertrag von 12 – 13 % bei Spitzenölen.

Kurz und gut: Es war wieder ein ungewöhnliches Jahr für die Olivenölproduzenten. In der Ölmühle musste sehr sorgsam mit geringen Temperaturen und kurzen Knetzeiten des Olivenbreis gearbeitet werden, um Spitzenöle zu erzeugen, die herrlich nach frischen Wild- und Wiesenkräutern, nach Artischocke und grünen Strauchtomaten duften und im Mund ein schönes Gleichgewicht zwischen Bitternoten und Schärfe entwickeln.

Den Top-Produzenten ist dies auch dieses Jahr wieder gelungen. Ich habe bereits hocharomatische und im Geschmack elegant ausgewogene Öle verkosten können und war begeistert. Es sind dieses Jahr aber auch viele Öle mit Fehlnoten von gekochtem Gemüse im Umlauf. Da wurde zumeist in der Ölmühle mit zu hohen Temperaturen und zu langen Knetzeiten gearbeitet, um den Ölertrag weiter nach oben zu schrauben. So kann man leider auch aus gesunden Oliven fehlerhaftes Öl erzeugen. Produzieren von Menge geht nun mal immer zu Lasten der Qualität...

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